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einblicke

Stresemannstrasse 100

Das Wohnprojekt strese 100 – unsere Planung begann 2004 – feierte am 30.07.18 den 10-jährigen Geburtstag. Am 01.07.2008 wurden die Wohnungen bezogen. Wir gratulieren!

Interview mit Peter Schubert

interview/ cris
edit/barbara

name: Peter Schubert
geb. in: Uetersen
alter: 53
beruf: Architekt
lebensmotto: ändert sich immer mal

Wie bist Du auf die Idee gekommen — Mitgestalter eines Wohnprojekts
zu werden?

Während meines Studiums verfolgte ich aufmerksam die ganze Hausbesetzerszene
aus Hamburg. Am Anfang wurden alte Häuser besetzt, aber irgendwann
organisierten sich Gruppen und man plante eigene Neubauprojekte.
Der Drachenau in St. Georg machte in Hamburg den Anfang. Ich
fand diese Art zu wohnen und sich selbst zu organisieren ziemlich gut —
das wollte ich auch. Als ich von Berlin nach Hamburg den Studienplatz
gewechselt habe, bin ich, mit zwei weiteren Freunden, dieser Idee relativ
schnell nachgegangen und wir haben uns für die ersten Grundstücke beworben.
Ab da hat es dann Eigendynamik bekommen.

Von der Idee bis zum Einzug — wie lange hat es gedauert?

16 Jahre — das Nadelöhr ist meist die Grundstückssuche. Wenn man unabhängig
bleiben will und dem eigenen Konzept treu bleiben will, muss
man einfach einen langen Atem haben.

Dieses Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Architektenbüro
Hartfil— Steinbrinck, wie kann ich mir diese Zusammenarbeit vorstellen?

Ich arbeitete mit Esther damals zusammen in einem Büro. Irgendwann erzählte
sie mir, dass ihr Mann Ingo eben ein solches Wohnprojekt gerade
realisiert hatte. Das war für mich insofern interessant, da ich die komplette
Planung auf keinen Fall alleine machen wollte und Unterstützung suchte.
Teamarbeit ist oft fruchtbarer und ich fand auch gut, dass Esther außerhalb
der „Interessengruppe“ war. Somit war meine Aufgabe eher die
der Koordination zwischen der Gruppe und dem Architekturbüro, während
Esther mit ihrer zweiten – neutraleren – Meinung ein wertvolles Korrektiv
war. Diese Konstellation war wirklich sehr inspirierend und ich denke, wir
haben viel gegenseitig voneinander lernen können. Das gute Ergebnis bestätigt
das ja.

Hat sich das Konzept des Gebäudes auch über die Zeit bewährt?

Es funktioniert anders als wir es uns vorgestellt haben — aber der Plan
ging auf und jetzt füllen wir es mit Alltag 😉

Was würdest Du aus heutiger Sicht anders machen?

Kleinigkeiten — nichts was nicht heilbar wäre. Ein Wasserhahn im Vorgarten,
eine Tür mehr im Saunavorraum …

Ist das Leben in Gemeinschaft das Leben der Zukunft?

Menschen sind in erster Linie unterschiedlich. Ich habe während meines
Studiums in Berlin gerne in meinem Hinterhof gelebt, wo mich keiner
kannte. Jedes Ding hat seine Zeit. Wohnprojekte haben gegenüber Eigentümergemeinschaften echte Vorteile, denn es ist von Anfang an ein offenes
Spiel. Man plant gemeinsam und versucht die Unterschiedlichkeiten der
Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. Dennoch sind und bleiben wir
eine Gemeinschaft von Individualisten 😉

Die Genossenschaften haben schlussendlich die Nazizeit und die DDR
überstanden und ich halte sie für krisensicher. Das Gemeinschaftliche ist
und war immer schon gesellschaftlich wichtig und das wird gerne mal vergessen.

Ein Egoismus der andere mitnehmen kann, ist ein gutes Prinzip. Es ist sicher
die stabilste Form im Miteinander, da alle etwas davon haben. Der
Eigennutz war für mich immer eine Motivation — alles andere zu behaupten
wäre gelogen. Somit ist für mich auch okay, dass hier viel Arbeit darin
steckt, die monetär gar nicht aufrechenbar ist.
Was ist für Dich persönlich der Anreiz von miteinander Leben?

Das ist in erster Linie mein Zuhause geworden, ich fühle mich wohl hier
und ich bin nicht alleine. Wir sind als Gemeinschaft zusammen gewachsen,
mit dem einen mehr mit dem anderen weniger. Die meisten leben von Anfang
an hier.

Was heißt „sich zu Hause fühlen“?

Angekommen zu sein. Ich suche nichts mehr und ich kann mir auch gar
nicht vorstellen irgendwo anders zu leben.
Was ist das Besondere an der Strese 100?

Jedes Wohnprojekt ist unterschiedlich. Besonders an der Strese 100 ist die
zentrale Lage und natürlich die Zusammensetzung der Individuen die hier
leben. Wir haben innerhalb unserer Genossenschaft festgestellt, es gibt ein
Familienprojekt, wir sind eher das von Männern geleitete Projekt und das
Mutterhaus wird mehr von Frauen gemacht.

Ich fühle mich mit der Strese 100 natürlich besonders verbunden, weil ich
es mit initiiert habe.

Mitgegangen mitgefangen — zehn Punkte, die man wissen sollte, wenn
man ein Wohnprojekt plant.

Es kostet Geld und es ist ein Schritt in die Verantwortung.
Es ist Arbeit und das langfristig. Das war mir bei der Planung auch nicht
bewusst — solange man hier lebt, gibt es einfach immer etwas zu tun.
Es ist schön, weil man ankommen kann, aber sicher nicht konfliktfrei.
Gerade am Anfang werden die Reviere abgesteckt, aber das gehört dazu.
Daraus entwickelt sich die Einsicht, dass es gar keinen Sinn ergibt sich zu
streiten. Dauerhafte Konfrontation bringt einen nicht weiter. Das ist wie in
einer Beziehung, man darf die anderen nicht verändern wollen. Schlussendlich
ist die Idee ja die, etwas zu schaffen, wovon alle etwas von haben.

Können diese Räume inspirieren? Was inspiriert Dich?

Dadurch, dass wir hier eng Tür an Tür leben, wird man zwangsläufig mit
anderen Lebensmodellen konfrontiert. Hier findet man einfach weit mehr
als eine klassische 9 to 5 Lebensstrategie. Manche Wege finde ich mutig,
weil sie sich auf ein Minimum der finanziellen Absicherung reduzieren.
Das finde ich sehr inspirierend und man kann sich da sicher, die eine oder
andere Scheibe abschneiden.

Ein Blick in die Zukunft — wie lebt es sich 2030 hier?

Das ist eine gute Frage. Ich frage mich schon angesichts der biologischen
Uhr, wie dieses Projekt weiter läuft. Das Haus wird uns aller Wahrscheinlichkeit
nach überleben, wir können es ja nicht mit ins Grab nehmen. Es
müssen also zwangsläufig irgendwann die „Jüngeren“ nachziehen.

Ich glaube — 2030 lebt es sich gemütlich wie eh und je — und dass auch
die Nachzügler hier Ihren Platz finden werden.

Ein gelungenes Projekt
— danke Peter

Vierländer Damm 3+3a wächst

Das Gebäude Vierländer Damm 3+3a wächst! Hier entstehen 30 Mietwohnungen in Rothenburgsort.

Unser Beitrag für den Wettbewerb Hafencity Baufeld 96 a+b.

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Die Gebäude Leuchtturm und Gleisoase/Einklang bestehen aus ineinander verschränkten Baukörpern. Sie bilden eine skulpturelle Einheit und korrespondieren miteinander. Balkone werden vorgehängt, Fassadenrücksprünge gibt es nur im EG zur Betonung der Eingänge und bei Loggien an der Gebäudefuge zwischen den Projekten Einklang und Gleisoase. Es wurde bewusst das übliche vertikal geordnete Fassadenbild übereinander liegender Fenster und Balkone aufgelockert. Panoramafenster, die je nach Wohnungstyp, Belichtungssituation und Blickausrichtung in ihrer Lage variieren, bestimmen das Fassadenbild. Großzügige Wohnbereiche mit vorgesetzten Balkonen. Individualität, Lebendigkeit und Flexibilität im Wohnprojekt spiegeln sich nach außen wieder.
Mit einfachen Baukörpern, einem durchgehenden Tragwerk und vorgehängten Balkonen wurde dem Anspruch an ein kostenreduziertes Bauen Rechnung getragen.